Produktionsautomatisierung für KMU

Lagerverwaltung automatisieren – Bestand & Nachbestellung im Griff

Nie wieder Material, das ausgeht

Lagerbestände in Echtzeit. Sinkt der Bestand unter den Schwellwert, wird automatisch nachbestellt — bevor etwas fehlt.

0 Doppeleingaben im Lager — alle Daten zentral Projekt: Lebensmittelproduktion, ~80 MA
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Warum das wichtig ist

Vom Problem zur Lösung.

Das Problem

Erst beim Griff ins Regal merkt jemand, dass das Material alle ist. Dann wird hektisch bestellt — Expressversand, Aufpreis, Produktionsstillstand.

Die Konsequenz

Ein einziger Produktionsstopp wegen fehlendem Material kann mehr kosten als ein ganzes Jahr Lagerhaltungssoftware. Und das passiert nicht einmal, sondern regelmäßig.

Die Lösung

Jeder Artikel hat einen Mindestbestand. Wird er unterschritten, geht automatisch eine Bestellung raus — beim günstigsten Lieferanten, zum besten Preis.

So läuft automatische Bestandsverwaltung ab

Jeder Artikel bekommt drei Werte: Mindestbestand, Bestellmenge und Lieferant. Das ist die einzige Vorarbeit — und sie steckt meist schon im Kopf des Lagerverantwortlichen. Danach zählt das System mit: Wareneingänge werden über Lieferschein-Scan oder Foto gebucht, Entnahmen über Barcode, Auftrag oder eine kurze Nachricht vom Monteur. Sinkt ein Bestand unter den Mindestwert, entsteht automatisch ein Bestellvorschlag: Artikel, Menge, Lieferant, letzter Preis. Bei Standardartikeln geht die Bestellung direkt raus — per Mail an den Lieferanten, über dessen Portal oder als Bestellung in eurer Warenwirtschaft. Bei teuren oder selten bestellten Artikeln landet der Vorschlag zur Freigabe bei euch. Die Lieferbestätigung wird abgeglichen, der erwartete Eingang im System vermerkt, und beim Wareneingang schließt sich der Kreis: Lieferschein scannen, Bestand aktualisiert. Für Verbrauchsmaterial mit regelmäßigem Bedarf lässt sich der Mindestbestand aus dem Verbrauch der letzten Monate ableiten, statt ihn zu schätzen.

Welche Systeme angebunden werden

Ihr braucht dafür keine Lagerverwaltungssoftware, wenn ihr keine habt. Der Bestand kann in einer strukturierten Tabelle, einer kleinen Datenbank oder eurer Warenwirtschaft liegen — wichtig ist nur, dass alle Bewegungen dort ankommen. Genau daran scheitert es meist: Die Warenwirtschaft ist gepflegt, aber die Entnahme aus dem Regal wird nicht gebucht. Deshalb bauen wir die Eingänge so, dass sie im Alltag funktionieren: ein Foto vom Lieferschein, ein Barcode-Scan mit dem Handy, eine WhatsApp-Nachricht „5 Stück Artikel X für Auftrag Y". Das Bindeglied ist ein Szenario in Make oder n8n, das Bewegungen bucht, Bestände prüft und Bestellungen auslöst. Typische Bausteine aus unseren Projekten:

Bestandsführung: Warenwirtschaft oder ERP, alternativ Google Sheets oder eine kleine Datenbank mit Artikelstamm.

Eingang: Lieferschein per Scan oder Foto ausgelesen, Bestellbestätigung aus dem Postfach abgeglichen.

Entnahme: Barcode-Scan per Handy, Buchung aus dem Auftrag, Kurznachricht per WhatsApp Business.

Bestellung: Mail an den Lieferanten, Lieferantenportal, Bestellmodul der Warenwirtschaft; Freigabe per Teams oder Mail.

Typische Stolpersteine — und wie ihr sie vermeidet

Der Klassiker: Der Bestand im System stimmt nicht mit dem Regal überein, und nach vier Wochen glaubt niemand mehr den Zahlen. Die Ursache sind fast immer ungebuchte Entnahmen. Die Lösung ist nicht Disziplin, sondern ein Buchungsweg, der schneller ist als nicht buchen — ein Scan, eine Nachricht. Zusätzlich bauen wir eine regelmäßige Stichprobe ein: Einmal pro Woche zählt jemand fünf Artikel nach, das System vergleicht und meldet Abweichungen. Zweiter Stolperstein: Mindestbestände, die einmal gesetzt und nie angepasst werden. Wenn der Verbrauch im Sommer doppelt so hoch ist wie im Winter, muss der Schwellwert mitgehen — das System kann das aus den Bewegungen ableiten und einen Vorschlag machen. Drittens: Bestellungen ohne Freigabe bei teuren Artikeln. Für Schrauben ist Autopilot richtig, für ein Ersatzteil im vierstelligen Bereich nicht. Die Grenze legt ihr fest. Und viertens: Lieferzeiten ignorieren — der Mindestbestand muss die Lieferzeit abdecken, nicht nur den Tagesbedarf.

Für wen sich automatische Nachbestellung lohnt

Der Prozess lohnt sich überall, wo fehlendes Material Stillstand bedeutet: Produktionsbetriebe, Metallbau, Tischlereien, Druckereien, Werkstätten, Labore — und Handwerksbetriebe, bei denen der Monteur sonst zweimal zum Großhändler fährt. Auch Gastronomie und Einzelhandel profitieren, dort geht es weniger um Stillstand als um Verderb und gebundenes Kapital. Die Größe des Lagers ist zweitrangig; entscheidend ist, wie oft heute etwas fehlt oder per Express nachbestellt wird. Wenn das mehr als einmal im Monat passiert, ist der Aufwand fürs System schnell wieder drin. In einem Projekt bei einer Lebensmittelproduktion mit rund 80 Mitarbeitenden gibt es seitdem keine Doppeleingaben mehr im Lager, alle Daten sind zentral verfügbar. Der Einstieg ist oft der Wareneingang — Lieferschein digital statt abgetippt — weil dort die Datenbasis entsteht, auf der alles andere aufbaut.

Perfekt für

Funktioniert in jeder Branche.

Handwerk Produktion Metallbau Tischlerei Druckerei Gastronomie Labor Autowerkstatt
Häufige Fragen

Was Betriebe vorher wissen wollen.

Unser Lager ist nicht gezählt — wir wissen selbst nicht genau, was da ist.

Das ist der Normalfall. Wir starten mit den Artikeln, deren Fehlen wirklich wehtut — meist ein paar Dutzend Positionen — und zählen die einmal. Alles andere kommt nach und nach dazu, wenn es bewegt wird. Ein perfektes Inventar ist nicht Voraussetzung, sondern Ergebnis: Nach ein paar Monaten mit gebuchten Bewegungen stimmt der Bestand besser als jede Jahresinventur.

Was, wenn das System falsch bestellt?

Dafür gibt es die Freigabestufe: Ihr legt fest, welche Artikel automatisch bestellt werden dürfen und ab welchem Betrag ein Mensch draufschaut. Jede Bestellung ist im Log nachvollziehbar — wer, was, warum. Und der Mindestbestand ist kein Zufallswert, sondern von euch gesetzt. In der Praxis gehen die meisten Fehler in die andere Richtung: Es wird nicht falsch bestellt, sondern gar nicht.

Wie viel Aufwand ist die Einführung — wir haben keine Lagerverwaltungssoftware.

Die braucht ihr auch nicht. Eine Artikelliste mit Mindestbestand, Bestellmenge und Lieferant ist der Start — die entsteht in ein bis zwei Gesprächen mit der Person, die heute bestellt. Danach bauen wir Eingang, Entnahme und Bestellauslösung und testen mit echten Bewegungen. Der erste Prozess läuft in 30 Tagen, meist parallel zum alten Weg, bis die Zahlen stimmen.

Kommt unser Team damit klar — die Leute sollen arbeiten, nicht buchen?

Deshalb muss die Buchung schneller sein als das Nicht-Buchen: ein Scan mit dem Handy, eine Nachricht mit Artikel und Menge, ein Foto vom Lieferschein. Wenn das Buchen länger als ein paar Sekunden dauert, ist der Weg falsch gewählt. Wir testen das mit den Leuten am Regal, nicht im Büro — und passen den Eingang an ihren Alltag an, nicht umgekehrt.

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